Investor und Unternehmer
Claudio Fürsatz
26 Jahre alt. Beschäftigt sich seit rund sechs Jahren mit Investieren — angefangen im Kryptomarkt, heute mit Schwerpunkt auf dem Aktienmarkt.
Wer er ist
Der Anlass war kein fachlicher. Claudio Fürsatz’ Mutter führte ein kleines, selbstständiges Lebensmittelgeschäft und kämpfte finanziell. Er wollte sie entlasten — das war der Grund, aus dem er sich 2019 und 2020 zum ersten Mal ernsthaft mit Geld und Kapitalmärkten beschäftigte.
Parallel absolvierte er eine klassische Lehre. Das Thema Investieren lief nebenher, zunächst über den Kryptomarkt, weil der Einstieg dort niedrigschwellig war und ihn die Mechanik interessierte. Der Schwerpunkt hat sich seither verschoben: Heute liegt er auf dem Aktienmarkt.
Unternehmerisch hat er einen zweiten Weg genommen. Er baute eine Social-Media-Agentur mit über einer Million Euro Jahresumsatz auf und führt dort ein Team. Beides zusammen — operative Verantwortung im eigenen Unternehmen und das eigene Portfolio — prägt, wie er heute über Risiko und Planung spricht.
Die Stationen
Der Einstieg
Claudio Fürsatz kauft seinen ersten Bitcoin bei einem Kurs von 6.000 Euro. Während des Corona-Crashs kauft er bei rund 4.000 Euro nach. Im selben Zeitraum fällt sein erstes Aktien-Investment: Tesla.
Der erste Bullrun
Im ersten großen Aufwärtszyklus, den er vollständig mitgeht, wachsen aus eingesetzten 15.000 Euro über 500.000 Euro. Es ist der Punkt, an dem sich die Sache für ihn zum ersten Mal nach einem Ergebnis anfühlt — und, wie er heute sagt, der Punkt, an dem er die Risiken am wenigsten ernst nimmt.
Der Rückschlag
Über 111.000 Euro, verloren auf einem Flug
Er bekam es nicht mit, während es passierte. Claudio Fürsatz saß im Flugzeug von Mexiko nach Paris, ohne Verbindung, ohne Möglichkeit einzugreifen. Als er in Paris ausstieg und zum ersten Mal wieder auf sein Portfolio sah, waren über 111.000 Euro weg.
Er beschreibt diese Erfahrung heute als die prägende. Nicht, weil der Betrag so hoch war, sondern weil sie offenlegte, worauf die Gewinne davor tatsächlich beruht hatten: auf einem Markt, der stieg, und nicht auf einem System, das trägt. Es gab keine festen Regeln, wann eine Position geschlossen wird. Es gab keinen Exit-Plan. Solange alles nach oben lief, fiel das nicht auf.
Der Satz, auf den er es selbst bringt: Erfolg ohne festes System und ohne klaren Exit-Plan ist nicht haltbar. Nicht, weil man zu wenig weiß — sondern weil ohne vorher festgelegte Regeln im entscheidenden Moment die Situation entscheidet und nicht man selbst.
Alles, was danach kommt, ist die Konsequenz aus diesem Tag.
Der Wendepunkt
Ein System statt eines Laufs
Er investierte über 25.000 Euro in die Jahresmitgliedschaft bei einem Mentor, der zuvor bei Goldman Sachs tätig war. Gemeinsam bauten sie ein eigenes Aktienportfolio auf — diesmal mit festgelegten Kriterien, nach denen Positionen aufgenommen und wieder abgebaut werden.
Seitdem liegt sein Fokus auf einem dynamischen, quartalsweise neu bewerteten Aktienportfolio. Der Unterschied zu vorher ist weniger die Auswahl der Titel als die Tatsache, dass die Regeln vor der Entscheidung feststehen.
Sein Vorgehen
Eine Beschreibung der Methode, mit der er heute arbeitet — als Einblick in sein eigenes Vorgehen, nicht als Anleitung oder Empfehlung.
Makroanalyse
Ausgangspunkt ist nicht das einzelne Unternehmen, sondern das Umfeld. Er verfolgt über 100 Indikatoren, darunter Zinsen, globale Liquidität, die Politik der Notenbanken und den Dollar-Index. Die Frage dahinter ist immer dieselbe: In welcher Phase befindet sich der Markt gerade?
Dynamisches Aktienportfolio
Kein starres Buy-and-Hold. Das Portfolio wird quartalsweise neu bewertet — anhand von Umsatzwachstum, Gewinn je Aktie (EPS), freiem Cashflow und Forward P/E. Positionen, die diese Prüfung nicht bestehen, bleiben nicht aus Gewohnheit im Depot.
Drei-Phasen-Modell des KI-Zyklus
Eine Einordnung, welche Unternehmen in welcher Phase des KI-Investitionszyklus relevant sind: zuerst die Primary Infrastructure, dann die Engpässe entlang der Kette und die Rechenzentren, zuletzt die Adoption in der Breite. Das Modell entscheidet nicht, ob investiert wird, sondern wo im Zyklus man sich befindet.
Core-GEM-Ansatz (Krypto)
Für den kleineren Kryptoanteil eine feste Aufteilung: 60 Prozent Bitcoin, 20 Prozent etablierte Werte, 20 Prozent Frühphasen-Projekte. Die Struktur steht vor der einzelnen Entscheidung.
Positionen
Ein Ausschnitt aus dem persönlichen Portfolio-Tracker von Claudio Fürsatz. Die Angaben stammen aus seinem eigenen Tracker und sind nicht extern geprüft.
| Aktie | Einstieg | Aktuell | Gewinn | Performance |
|---|---|---|---|---|
| Micron (MU) | $232,51 | $935,89 | +$703,38 | +302,5 % |
| ASML | $1.076,05 | $1.777,77 | +$701,72 | +65,2 % |
| Caterpillar (CAT) | $588,93 | $914,70 | +$325,77 | +55,3 % |
| TSMC (TSM) | $286,87 | $427,92 | +$141,05 | +49,2 % |
| Nvidia (NVDA) | $177,72 | $208,19 | +$30,47 | +17,1 % |
Angaben aus dem persönlichen Portfolio von Claudio Fürsatz, Stand [DATUM PLATZHALTER]. Einzelne Positionen sind kein Abbild der Gesamtperformance. Vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Daneben hält er nach eigenen Angaben eine Position in Robinhood (HOOD), die zum genannten Stand bei rund 80 Prozent liegt.
Krypto-Erfahrung
Krypto ist heute nicht mehr sein Schwerpunkt, gehört aber zu seiner Geschichte und bleibt ein kleinerer Teil dessen, womit er sich beschäftigt.
Nach eigenen Angaben liegt die Wertentwicklung seines Krypto-Portfolios seit 2023 bei rund 515 Prozent, mit über 500.000 Euro realisiertem Gewinn. Beide großen Kurseinbrüche des Jahres 2025 vermied er nach eigener Darstellung, weil ihn Ausstiegssignale aus Makro- und On-Chain-Daten vorher aus den Positionen führten.
Diese Zahlen stammen aus seinem eigenen Tracker und sind nicht durch Dritte geprüft.